Hautalterung

Was hilft wirklich gegen Aknenarben?

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Erstellt von Dr. Stefan Duve

am 06.02.2024

Fast jeder ist in seinem Leben bereits mit Pickeln konfrontiert gewesen. Schlimmer als normale Pickel ist jedoch Akne mit Vernarbungstendenz. Akne ist eine Hauterkrankung, die sich durch entzündete oder infizierte Talgdrüsen auszeichnet. Sie kann Papeln, Pusteln oder Zysten in der Haut verursachen, die häufig stark schmerzen und unschön aussehen. Durch die Schwere der Infektion kann es bei der Abheilung zu Narbenbildung kommen, hier spielen oft auch genetische Faktoren eine große Rolle.

Artikelübersicht

    Welche Arten von Narben gibt es?

    Es gibt verschiedene Arten von Aknenarben. Einige sind klein und bleiben innerhalb der ursprünglichen Porengrenzen, andere ragen über die Hautoberfläche hinaus. Die Behandlung von Aknenarben variiert je nach Narbentyp und kann von Dermabrasion und Lasertherapie, unterschiedlichen Peelingbehandlungen bis hin zu Füllmaterialien und chirurgischen Verfahren reichen.

    Atrophe Narben

    Atrophe Narben treten häufig als Folge einer schweren Akne oder Windpocken auf. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie unter das Niveau der umgebenden Haut absinken. Dies geschieht, weil während des Heilungsprozesses nicht genügend Kollagen produziert wird, um die durch die Akne verursachten Schäden vollständig zu reparieren. Atrophe Narben erscheinen oft als kleine Grübchen oder Vertiefungen auf der Haut und können verschiedene Formen haben, z. B. eiförmig, wellig oder breit und flach. Am bekanntesten sind die sog. Eispickelnarben.

    Hypertrophe Narben


    Hypertrophe Narben und Keloide sind eine andere Art von Aknenarben. Sie entstehen durch übermäßiges Kollagenwachstum während des Heilungsprozesses. Hypertrophe Narben sind erhabene Narben, die sich innerhalb der Grenzen der ursprünglichen Hautverletzung entwickeln. Sie können rot und dick erscheinen, sich verhärten, bleiben aber auf den Bereich der ursprünglichen Entzündung beschränkt. Keloide sind eine extremere Form von hypertrophen Narben. Sie wachsen über die Grenzen der ursprünglichen Wunde hinaus und können ein größeres, knotiges Aussehen haben. Keloide können auch jucken oder schmerzen und stellen eine besondere Herausforderung bei der Behandlung dar.


    Wie eine Narbe abheilt, wird im Wesentlichen durch zwei Faktoren beeinflusst: Genetik und die Art der Verletzung, bzw. Ursprung der Narbe. Die Genetik spielt besonders bei Keloiden, bzw. hypertrophen Narben eine Rolle und kann die Wucherung beeinflussen.

    Die Art der Verletzung spielt beim Abheilen und dem anschließenden Erscheinungsbild der Narbe eine große Rolle. Wunden, wie etwa bei einem Kaiserschnitt oder einer anderen Operation, die mit einem sauberen Schnitt in steriler Umgebung entstanden sind, verheilen in der Regel besser. Im Gegensatz dazu stehen Verletzungen wie aufgekratzte Pickel oder Windpocken. Wie Narben entstehen, ist maßgeblich für die Behandlung. 

    Wie man Narben vorbeugen kann

    Natürlich lässt sich nicht jede Verletzung der Haut, wie etwa durch einen Unfall, verhindern. Doch gerade auf diese Aspekte können Sie achten, um die Entstehung von Narben zu verhindern:

    • Kein Ausdrücken von Pickeln
    • Schutz vor Insektenstichen bei genetischer Narbendisposition
    • Vorsicht im Alltag

    Gerade, wenn eine Veranlagung zur Bildung von überschießenden Narben oder Keloiden vorliegt, sollten im Alltag Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

    Kann man Narben vollständig entfernen? 


    Mir ist es wichtig zu betonen, dass es nicht möglich ist, jede Narbe komplett zu entfernen. Narben können grundsätzlich behandelt und verbessert werden, jedoch sind teils mehrere Behandlungssitzung hierfür notwendig. Besonders überschießende Narben und Keloide können in der Regel nicht komplett entfernt werden. Jedoch können wir das Erscheinungsbild der Narben häufig verbessern.

    Atrophe, bzw. hypertrophe Narben lassen sich jedoch sehr gut behandeln, so dass bei korrekter Behandlungstechnik sehr gute Ergebnisse möglich sind.

    Welche Behandlungsmethoden bei Narben gibt es?

    Es gibt heutzutage verschiedene Möglichkeiten, Narben zu behandeln. Welche Technik dabei zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Narbe ab und der Anatomie. Gerne berate ich Sie persönlich in meiner Online-Sprechstunde zu Ihrer Narbentherapie. 



    Laserbehandlungen spielen bei der Narbenbehandlung, besonders bei Aknenarben, eine große Rolle. Dabei kommen verschiedene Lasertechnologien, wie FRAXEL-Laser oder CO2-Laser, zum Einsatz. Hier arbeiten wir mit einer lokalen Betäubung, da die Behandlung auf Grund der Wärmeentwicklung sonst zu schmerzhaft ist. Besonders großflächige Narbenbehandlungen, etwa nach Akne im Gesicht, führen wir mitunter auch im Dämmerschlaf durch. Die Abheilphase nach der Laserbehandlung beträgt 10–14 Tage.

    Peelingbehandlungen werden vor allem im Gesicht zur Narbenbehandlung lokal eingesetzt. Nach der Behandlung zeigt sich die behandelte Stelle in der Regel 10–14 Tage lang mit Krusten. Nach einer Peelingbehandlung ist es besonders wichtig, mindestens 6 Wochen direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

    Die Narbenbehandlung entwickelt sich stetig weiter. So habe ich kürzlich einen internationalen Kongress zur Narbenbehandlung besucht, auf dem neue Behandlungsmethoden vorgestellt wurden.

    Bei der Behandlung von hypertrophen Narben sowie Keloiden spielt beispielsweise Botox® mittlerweile eine immer größere Rolle, da es die Bewegungen im Narbenbereich reduziert und somit eine ruhige Abheilung fördert.

    Bei der Behandlung von Keloiden, die besonders stark wuchern und auch über die Grenzen der ursprünglichen Verletzung hinaus gehen, kommen heutzutage auch Zytostatika zum Einsatz. Zytostatika werden meist im Rahmen der Chemotherapie von Krebserkrankungen eingesetzt und stören, verhindern oder verzögern den Zellzyklus und damit das Wachstum von Tumorzellen. Diese Eigenschaft wirkt auch gegen Keloide.

    Aber auch flüssiger Stickstoff, wie viele ihn von der Behandlung gegen Warzen kennen, kann zur Narbenbehandlung eingesetzt werden.

    Eine weitere sehr effektive Behandlungsform ist die Subzision. Diese kommt vor allem bei eingesunkenen Narben, die oft typisch für eine Akne sind, zum Einsatz. Dabei wird in lokaler Betäubung jede Narbe mit einer speziellen Nadel oder einem kleinen Messer unter der Haut behandelt. Ziel ist es, die Verwachsungen der Narbe mit dem darunter liegenden Bindegewebe zu lösen.

    Auf Grund meiner langjährigen Expertise, setze ich oft verschiedene Methoden in Kombination miteinander ein, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Sie interessieren sich für eine Narbenbehandlung? Gerne beraten ich Sie persönlich. 



    Risiken und Nebenwirkungen der Narbenbehandlung

    Je nach gewählter Behandlungsmethode, kann es passieren, dass das behandelte Narbengewebe weiter vernarbt, etwa durch die unsachgemäße Anwendung eines Lasers. Aber auch bei korrekt angewendeten Laserbehandlungen kann es passieren, dass die Haut anschließend Hypopigmentierungen aufweist, also weiß bleibt oder es zu Überpigmentierungen kommt, wenn nicht auf Sonnenkarenz geachtet wird.

    Nach Peelingbehandlungen ist besonders darauf zu achten, eine sehr lange Sonnenkarenz einzuhalten, da andernfalls dauerhafte Verfärbungen der Haut möglich sind.

    Daher möchte ich betonen, wie wichtig es ist, bei der Wahl des behandelnden Arztes auf die notwendige Expertise zu achten.

    Fazit zur Narbenbehandlung

    Die Narbenbehandlung hat sich in der ästhetischen Medizin zu einem eigenständigen Feld entwickelt. Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten kombiniere ich gerne, je nach Indikation, um das bestmögliche Ergebnis für Sie zu erzielen. Gerne berate ich Sie persönlich in meiner Sprechstunde in Zürich oder München. Aber ich lade Sie auch herzlich zur Online-Sprechstunde per Video ein, um Ihnen beratend bei Ihrer Narbenbehandlung zur Seite zu stehen. Ich freue mich auf Sie.

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    Dr. Med. Stefan Duve

    Dermatologe und weltweit renommierter Anti-Aging-Spezialist mit über 20 Jahren Erfahrung

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