Eigenbluttherapie mit PRP und PRF: Regeneration von Haut und Haaren durch körpereigene Wachstumsfaktoren
Erstellt von Dr. med. Stefan Duve
am 22.10.2026
Wie lässt sich die Hautqualität verbessern, ohne das eigene Aussehen grundlegend zu verändern? Und welche Möglichkeiten bietet die Eigenbluttherapie bei beginnendem Haarausfall? Diese Fragen stellen Patientinnen und Patienten mir in meiner Praxis regelmässig.
Viele von ihnen wünschen sich eine sichtbar frischere Haut oder möchten Haarausfall aktiv entgegenwirken. Sie möchten nicht „behandelt“ wirken, sondern erholt, vital und weiterhin ganz wie sie selbst aussehen. Gleichzeitig ist die Verunsicherung gross: Was ist medizinisch sinnvoll, was ist nur ein kurzlebiger Trend und welche Ergebnisse sind realistisch?
Die Eigenbluttherapie mit PRP und PRF gehört zu den Verfahren, die in den vergangenen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erhalten haben. Richtig eingesetzt, ist sie kein kurzfristiger Beauty-Trend, sondern ein Baustein der regenerativen Dermatologie. Als Facharzt für Dermatologie und Ästhetische Medizin mit über 30 Jahren Erfahrung sehe ich darin einen wichtigen Vorteil.
Unsicher, ob eine Eigenbluttherapie das Richtige für Sie ist?
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Die Eigenbluttherapie mit PRP und PRF ist ein Verfahren der regenerativen Medizin, bei dem aus dem eigenen Blut gewonnene Blutplättchen und Wachstumsfaktoren genutzt werden, um körpereigene Reparatur- und Regenerationsprozesse in Haut und Haarfollikeln zu stimulieren.
Dabei wird dem Patienten eine geringe Menge Blut entnommen, speziell aufbereitet und anschliessend gezielt in das zu behandelnde Areal injiziert.
PRP und PRF zählen zu den sogenannten Biostimulatoren innerhalb der regenerativen Medizin: Sie regen das Gewebe an, sich selbst zu erneuern – anstatt Volumen künstlich zu ersetzen:
PRF (Platelet-Rich Fibrin): plättchenreiches Fibrin, das zusätzlich eine natürliche Fibrinmatrix bildet und dadurch andere Freisetzungseigenschaften aufweist. Die PRF-Behandlung wird auch als „Vampir-Lifting 2.0“ bezeichnet.
PRP (Platelet-Rich Plasma): plättchenreiches Plasma, das Blutplättchen und ihre Botenstoffe in konzentrierter Form enthält.
Artikelübersicht
Was bedeutet regenerative Medizin?
In über 30 Jahren dermatologischer Tätigkeit habe ich viele Entwicklungen in der Ästhetischen Medizin erlebt. Während früher häufig das sichtbare Auffüllen im Vordergrund stand, wünschen sich heute viele Menschen ein natürlicheres Ergebnis.
Gerade bei beginnender Hautalterung oder diffusem Haarausfall geht es oft nicht um drastische Veränderung, sondern um eine Verbesserung der Gewebequalität. Die regenerative Medizin verfolgt das Ziel, körpereigene Reparatur-, Heilungs- und Erneuerungsprozesse zu aktivieren oder zu unterstützen. PRP und PRF setzen hier an. Sie stimulieren eben diese biologischen Prozesse wie Kollagenneubildung, Gefässregeneration und Zellaktivierung.
Wichtig ist jedoch: Regeneration braucht Zeit. Das Ergebnis einer Eigenbluttherapie entwickelt sich schrittweise und ist meist subtil. Gerade darin liegt für viele Patienten der Reiz. Die Haut soll nicht plötzlich anders aussehen, sondern sich im Verlauf frischer, widerstandsfähiger und ebenmässiger entwickeln.
PRP oder PRF – wo liegt der Unterschied?
Beide Methoden basieren auf Eigenblut und verfolgen ein regeneratives Behandlungskonzept. Dennoch sind PRP und PRF nicht identisch. Unterschiede bestehen insbesondere in der Aufbereitung, der entstehenden Struktur und der Art, wie die enthaltenen Wachstumsfaktoren bereitgestellt werden.
PRP (Platelet Rich Plasma)
PRF (Platelet Rich Fibrin)
Grundstruktur
Plättchenreiches Plasma
Fibrinreiche Matrix
Wirkung
Schnellere Freisetzung von Wachstumsfaktoren
Langsamere, kontinuierliche Abgabe
Schwerpunkte
Häufig bei Haarausfall eingesetzt
Besonders geeignet im Gesichts- und Augenbereich
Weitere Bezeichnung
Vampir-Lifting
Vampir-Lifting 2.0
PRP liegt nach der Aufbereitung als plättchenreiches Plasma vor und lässt sich sehr präzise in Haut oder Kopfhaut einbringen. Es wird in meiner Praxis unter anderem eingesetzt, wenn eine Verbesserung der Hautqualität oder eine Unterstützung geschwächter Haarfollikel angestrebt wird. Ausführliche behandlungsbezogene Informationen finden Sie auf meiner Seite zur PRP-Behandlung.
PRF wird so aufbereitet, dass eine fibrinreiche Struktur entsteht. Diese Matrix bindet verschiedene Bestandteile des Eigenblutes und kann die Wachstumsfaktoren über einen längeren Zeitraum bereitstellen. Das macht die PRF-Behandlung insbesondere für die regenerative Behandlung der Gesichtshaut und der empfindlichen Augenregion interessant.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der individuellen Ausgangssituation ab. In meiner Praxis entscheide ich dies nach sorgfältiger Diagnostik – nicht nach Schema F.
Welche Anwendungsgebiete hat die Eigenbluttherapie?
PRP bei Haarausfall
Dünner werdendes Haar kann belastend sein. PRP kann bei androgenetischer Alopezie oder diffusem Haarausfall geschwächte, noch aktive Haarfollikel unterstützen und ihre Wachstumsphase fördern. Besonders im frühen bis mittleren Stadium sind Verbesserungen der Haardichte und Haarqualität möglich. Bei vollständig inaktiven Haarwurzeln kann PRP keine neuen Follikel erzeugen, hier ist eine ehrliche Aufklärung entscheidend. Bei einer androgenetischen Alopezie sollte ausserdem geprüft werden, ob eine gezielte medikamentöse Therapie sinnvoll ist. Anders als PRP setzt Dutasterid gegen Haarausfall am DHT-Stoffwechsel an und kommt nach individueller ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung als mögliche Behandlungsoption infrage.
PRP und PRF im Gesicht
Im Gesichtsbereich geht es weniger um Volumen als um Qualität. PRP und PRF können die Kollagenbildung unterstützen, die Hautstruktur verbessern und feine Fältchen mildern. Das Ergebnis entwickelt sich schrittweise: Sie sollen frischer wirken, ohne „behandelt“ auszusehen.
PRP/PRF bei Augenringen
Die empfindliche Augenpartie kann durch dünne Haut, durchscheinende Gefässe und feine Fältchen müde wirken. PRP oder PRF können bei geeigneter Ausgangslage die Hautqualität verbessern und diesen Eindruck mildern. Bei ausgeprägtem Volumenverlust oder starker Pigmentierung sind andere Verfahren sinnvoller. Auch das gehört zu einer verantwortungsvollen Beratung.
Wie läuft eine PRP- oder PRF-Behandlung ab?
Eine Behandlung mit PRP oder PRF besteht grundsätzlich aus 4 Schritten.
1 – Blutentnahme
2 – Spezielle Zentrifugation zur Aufbereitung
3 – Gewinnung des plättchenreichen Konzentrats
4 – Gezielte Injektion in das Behandlungsareal
Zunächst wird eine kleine Menge Blut aus einer Vene entnommen. Dieses Blut wird anschliessend mit einem auf das jeweilige Verfahren abgestimmten Protokoll zentrifugiert. Durch die Zentrifugation lassen sich bestimmte Blutbestandteile voneinander trennen und das gewünschte PRP- oder PRF-Präparat gewinnen. Anschliessend wird das Konzentrat mit feinen Nadeln gezielt in die Haut oder Kopfhaut eingebracht. Eine Serie von 3–4 Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen ist häufig sinnvoll. Erste Effekte zeigen sich meist nach einigen Wochen, das endgültige Ergebnis entwickelt sich über mehrere Monate.
Mehr zum Verfahren bespreche ich in diesem Video:
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Was kann die Eigenbluttherapie leisten – und was nicht?
PRP und PRF können die natürliche Regeneration von Haut und Gewebe unterstützen. Sie können dazu beitragen, die Hautqualität zu verbessern, die Kollagenproduktion anzuregen, feine Linien abzumildern und ein frischeres Hautbild zu fördern. An der Kopfhaut können sie noch aktive, aber geschwächte Haarfollikel unterstützen.
Sie können jedoch keinen ausgeprägten Volumenverlust vollständig ersetzen, stark abgesunkenes Gewebe nicht wie ein operatives Facelift anheben und zerstörte Haarfollikel nicht neu bilden. Auch genetische, hormonelle oder krankheitsbedingte Ursachen eines Haarausfalls werden durch eine Eigenbluttherapie nicht automatisch beseitigt.
Ebenso wichtig ist die zeitliche Erwartung. PRP und PRF sind keine Sofortbehandlungen. Während vorübergehende Effekte durch Schwellung direkt nach der Sitzung sichtbar sein können, entwickelt sich die eigentliche regenerative Wirkung über Wochen oder Monate. Das Ergebnis fällt in der Regel natürlicher und weniger drastisch aus als bei volumengebenden oder operativen Verfahren.
Diese Ehrlichkeit ist mir wichtig. Was für den einen Patienten passt, passt vielleicht nicht für den anderen. Gemeinsam mit Ihnen möchte ich klären, welche Behandlung zu Ihnen passt.
Was sagt die Wissenschaft zur Eigenbluttherapie?
Die Forschung zu PRP in der ästhetischen Dermatologie hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Eine 2024 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit untersuchte Studien zur Anwendung von PRP unter anderem bei Hautverjüngung und Haarwachstum. Die Autoren berichteten über positive Ergebnisse in verschiedenen Anwendungsbereichen. Gleichzeitig wiesen sie auf erhebliche Unterschiede bei den Aufbereitungsverfahren, den Behandlungsprotokollen und der Qualität der Studien hin.
Das ist für die medizinische Einordnung entscheidend: Positive Studienergebnisse sind ermutigend, reichen aber nicht aus, um für jeden Patienten ein bestimmtes Ergebnis vorherzusagen. Daher sind die Ergebnisse von PRP und PRF stets differenziert zu betrachten.
Welche Nebenwirkungen kann eine Eigenbluttherapie haben?
Weil PRP und PRF aus dem eigenen Blut gewonnen werden, ist das Risiko einer allergischen Reaktion auf das eigentliche Präparat sehr gering. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Behandlung vollkommen frei von Nebenwirkungen oder Risiken ist. Mögliche Nebenwirkungen sind:
vorübergehende Rötung
leichte Schwellung
Druckempfindlichkeit
Selten können Infektionen, stärkere Entzündungsreaktionen, länger anhaltende Beschwerden oder Verletzungen von Gefässen und Nerven auftreten.
Für wen ist die Eigenbluttherapie geeignet?
Eine Eigenbluttherapie kann für Patienten interessant sein, die eine natürliche, regenerative Behandlungsform bevorzugen und bereit sind, dem Ergebnis Zeit zu geben. Häufig geht es um erste Zeichen der Hautalterung, feine Falten, eine nachlassende Hautqualität, eine dünne Augenpartie oder beginnenden Haarausfall.
Nicht jede Hautveränderung und nicht jede Form des Haarausfalls spricht gleichermassen auf PRP oder PRF an. Vor allem bei Haarproblemen sollte zunächst eine dermatologische Diagnostik erfolgen. Erst dann kann beurteilt werden, ob ein regeneratives Verfahren sinnvoll ist oder ob zunächst eine andere Ursache behandelt werden muss.
Nach mehr als drei Jahrzehnten in der Dermatologie sehe ich meine Aufgabe nicht darin, jedem Patienten möglichst viele Behandlungen anzubieten. Meine Verantwortung liegt darin, medizinisch sinnvoll zu beraten und auch offen zu sagen, wenn ein Verfahren voraussichtlich nicht das gewünschte Ergebnis erzielen kann.
Sie passen zu einem modernen Verständnis von Ästhetischer Medizin, bei dem nicht die auffällige Veränderung, sondern der langfristige Erhalt von Haut- und Gewebequalität im Vordergrund steht. Gleichzeitig dürfen sie nicht mit überzogenen Versprechen beworben werden.
Manchmal ist eine PRP-Behandlung die richtige Wahl. Manchmal bietet PRF für das jeweilige Areal Vorteile. In anderen Fällen sind Botulinumtoxin, Hyaluronsäure, Laser, Radiofrequenz, Ultraschall oder eine Kombination verschiedener Verfahren sinnvoller. Und manchmal ist es medizinisch richtig, von einer Behandlung abzuraten.
Diese offene Einordnung entspricht auch dem Anspruch meines Podcasts „DOCTOR DUVE – Jetzt mal ehrlich!“. Gute Medizin beginnt für mich nicht mit einem Versprechen, sondern mit einer fundierten Diagnose, einer verständlichen Aufklärung und einem ehrlichen Gespräch.
Finden wir Ihre passende Behandlung in einer individuellen Beratung
Ob PRP oder PRF sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Jede Haut, jedes Haarbild und jede Lebenssituation sind individuell.
In einem persönlichen Gespräch analysiere ich Ihre Haut beziehungsweise Ihr Haarbild, kläre mögliche Ursachen und bespreche mit Ihnen realistische Therapieziele, geeignete Verfahren und mögliche Alternativen. Eine ehrliche, dermatologisch fundierte Beratung ist und bleibt die Grundlage jeder verantwortungsvollen Behandlung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Thermage eine sichere und effektive Methode darstellt, um ohne chirurgischen Eingriff sichtbare Anti-Aging-Ergebnisse zu erzielen. Den weitreichenden Vorteilen stehen nur minimale und seltene Risiken gegenüber, die sich durch die Wahl eines erfahrenen Facharztes deutlich minimieren lassen.
Als Anti-Aging-Experte mit langjähriger Erfahrung stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung, um Ihre Fragen zu klären und gemeinsam eine für Sie massgeschneiderte Therapie zu entwickeln. Vereinbaren Sie gerne ein Beratungsgespräch in meinen Praxen in Zürich oder München, um mehr über Ihre individuellen Möglichkeiten zu erfahren.
Ich bin Dr. med. Stefan Duve, Dermatologe und Mitbegründer des renommierten Haut- und Laserzentrums an der Oper in München. Seit über 30 Jahren widme ich mich der Dermatologie und Anti-Aging-Medizin und teile mein Fachwissen regelmäßig als Interviewpartner in Medien wie BUNTE und FOCUS.
In den letzten Jahren habe ich mein Engagement zunehmend auf die Bereiche Longevity und regenerative Medizin erweitert. Diese Forschungsrichtungen sind darauf ausgerichtet, das Leben nicht nur zu verlängern, sondern auch die Lebensqualität wesentlich zu verbessern. Als aktiver Teilhaber und leitender Dermatologe an der Clinic Utoquai in Zürich arbeite ich an der Spitze dieser Bewegung, entwickle innovative Therapien und bin stets bestrebt, meinen Patienten die fortschrittlichsten Behandlungsmöglichkeiten zu bieten.
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